Die Jahre 1980 bis 1990

Aufzeichnungen/Chronist: Alfred Jung

1980

Am 5. Jänner 1980 wurde der traditionelle Feuerwehrball mit einer Ball-Polonaise im Gasthaus Kölndorfer wieder abgehalten. Im Juni brachten die Festsammlung und der Broschürenverkauf Schilling: 303.688,-. Die Ausgaben mit allem drum und dran betrugen Schilling: 176.500,40.

Somit ein beachtlicher Reingewinn: Schilling 127.187.60.

Dieser Reingewinn konnte trotz der Freihaltung und Labung vieler Ehrengäste und den Abordnungen der Feuerwehrkameraden des Abschnittes, sowie auch die Freihaltung unseren Feuerwehrkameraden aus Frauenkirchen erreicht werden, weil sie für dieses einmalige Fest an die Gemeinde keinerlei Abgaben zu entrichten hatte und natürlich auch durch die freiwillige und aufopfernde Mitarbeit der Feuerwehrkameraden, deren Ehefrauen und deren Angehörige.

Die Ehrengäste vom Land und Feuerwehrstab: Landeshauptmann Theodor Kery, LAbg. Widder, LAbg. Dir. Othillie Matysek, LAbg. Rechnitzer, Bürgermeister aus Pamhagen Sipöz, 3.Kammerrat Schwarz, Bezirkshauptmann Hofrat Rohrer, Direktor der Wiener Feuerwehr Dipl. Ing. Saniter, Bürgermeister von Frauenkirchen Jakob Paar, sämtliche Frauenkirchner Gemeinderäte, die Franziskanerpatres Pater M. Lass und Pater Bernhard, die Schuldirektoren und Gendarmerie Beamte der Gemeinde Frauenkirchen, die Stabsmitglieder des Bezirkes Neusiedl am See: Bezirkskommandant Sachadonicsek, Brandräte Kolbi und Wittich, ABI Paul Bruck, Fanzler, Frischmann und Wasserscheid, Hauptverwalter Liszt sowie unsere Fahnenpatin Eleonora Mayer, Spritzenpatin Hermin Bruck, Theresia Bruck und die Autopatinnen Theresia Kiss, Friedericke Zwickl und die neue Autopatin Ilse Paar. Nach den Feierlichkeiten: Musik und Tanz den ganzen Tag über bis spät in die Nacht als Ausklang des Festes.

23. Juni 1980: Abrechnung des 100-Jahr Festes im Gasthaus Kölndorfer. Anwesend waren sämtliche Feuerwehrkameraden mit Frauen und Ehrengäste der Gemeinde mit Frauen. Anschließend eine Filmvorführung durch Herrn Ing. Paul Mayer. Nach der Vorführung gemütliches Beisammensein mit Festessen und Musik mit dem „Duo Jung“. Bis spät in die Nacht wurde die Freude des gelungenen Festes zum Ausdruck gebracht.

13. November 1980: Ein schwarzer Tag der Frauenkirchner Feuerwehr. Im Eisenstädter Krankenhaus verstarb unser langjähriger Feuerwehrkamerad und ABI Herr Paul Bruck. Durch seine Mithilfe Rat und Tat für das 100-Jahr Bestandsfest konnte die Freiwillige Feuerwehr Frauenkirchen einen großen Erfolg verbuchen. Er durfte diesen Erfolg noch mit Freude miterleben und ist dann von uns gegangen – DANKE! – unvergesslicher Kamerad. Von den 100 Jahren Bestand der Freiwilligen Feuerwehr Frauenkirchen gehörte Paul Bruck selbst 48 Jahre dieser Feuerwehr an. Er prägte das Bild und dne Wert der Feuerwehr, seine Taten und Verdienste sind in den vorherigen Aufzeichnungen der Feuerwehr nachzuschlagen, und es sind bestimmt nicht alle! Die Ära Paul Bruck, die fast ein halbes Jahrhundert anhielt, kann von den Feuerwehren nie vergessen werden! Ein Pionier für den heutigen Stand der Wehren – Mädchen für alles.
Am 19. November 1980 wird Paul Bruck zu seiner letzten Ruhestätte getragen. Eine große Trauergemeinde mit vielen hohen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, sämtliche Frauenkirchner Feuerwehrkameraden, die Gemeinderäte und viele Delegierte aus der Umgebung, Kameraden vom Bezirksstab und unzählige Trauernde aus der Frauenkirchner Bevölkerung.

ABI Paul Bruck wurde in Seattle (USA) geboren. Am 1. Jänner 1937 trat er der Freiwilligen Feuerwehr Frauenkirchen bei. Von 1959 bis 1967 war er Ortsfeuerwehrkommandant. 1966 wurde er in den Bezirksstab berufen. Kamerad Bruck war Träger vieler Auszeichnungen wie den 25. 30. und 40. jährigen Ehren Medaille, Verdienstkreuz Burgenland VLV II Stufe, LFV Burgenland, ÖBFV 3. Stufe, 45-jährige Dienstzeiturkunde. 196 Wehrmänner aus dem Stab und aus dem gesamten Bezirk nahmen an den Begräbnisfeierlichkeiten teil.

1981

Am 16. Jänner 1981 wurde die alljährliche Feuerwehrhauptdienstbesprechung abgehaltne, zu der auch Bezirksfeuerwehrkommandant OBR Viktor Horvath aus Neusiedl am See geladen war. Nach dem Bericht des Kommandanten Briegl und dem Kassier, hielt Bezirkskommandant OBR Viktor Horvath eine kurze Ansprache, in der er die Frauenkirchner Feuerwehr für ihre Tätigkeit und Zusammenarbeit mit der Gemeinde lobte. Im Zuge dieser Ansprache wurden drei Jungfeuerwehrmänner vorgestellt. Der Bezirkskommandant konnte mit einer Überraschung aufwarten indem er den Ortskommandanten Johann Briegl zum Oberbrandinspektor und Kommandant – Stellvertreter Herbert Gisch zum Brandinspektor beförderte!

1982

31. Mai 1982: Fahnenweihe in unserer Kirche Maria auf der Haide. Die 14 neu angeschafften Vereinsfahnen und die renovierte alte Feuerwehrfahne wurde geweiht. Die Feuerwehrjungfern waren: Briegl Elisabeth jun., Bochtalovsky Gisella und als Vertretung unserer Fahnenpatin Eleonora Mayer, Elisabeth Briegl, die Gattin unseres Feuerwehrkommandanten.

Am 6. Juni 1982 wurde anlässlich der Frauenkirchner Stadterhebung, Bundespräsident Rudolf Kirchschläger vor der Kirche empfangen. 26 Feuerwehrmänner standen Spalier. Die Stadterhebung wurde in der Kirche vorgenommen.
13. November 1982: Unser langjähriger Feuerwehrkommandant und Ehrenkommandant Herr Matthias Thury im Beisein von Vertretern des Feuerwehrstabes des Bezirkes Neusiedl am See, Feuerwehrkameraden aus dem Abschnitt Frauenkirchen und sämtliche Feuerwehrkameraden von Frauenkirchen zu Grabe getragen.

1983

9. Mai 1983: Der Vorschlag für eine Patenschaft mit der Feuerwehr Murau in der Steiermark und unserer Feuerwehr wurde angenommen und die Reise nach Murau festgelegt. Am 9. Juli 1983 um 6 Uhr früh war Abfahrt nach Murau. Während der Murauer Festlichkeiten „110 Jahre Feuerwehr Murau“ wurde die Patenschaftsgründung feierlich und mit Urkunde der Stadtgemeinde Murau vorgenommen. Nach dem Frühschoppen am nächsten Tag wurde die Heimreise mit großer Verabschiedung und „Probesirenengeheul“ der Murauer Feuerwehr angetreten.

Fahnenrestaurierung der Firma Löb in Wien: Anlässlich der 105 Jahr Feier der Frauenkirchner Freiwilligen Feuerwehr im kommenden Jahr 1984 wurde die Fahne geputzt und restauriert, zusätzlich mit Eichenlaub und Lorbeer Zieraden gestickt, mit neuen Fransen und Abnahmevorrichtung versehen. Für die Restaurierung wurden von der Fahnenpatin Frau Eleonora Mayer ein ansehnlicher Betrag gespendet. Die Gesamtkosten betrugen inklusive Mehrwertsteuer Schilling: 26.332,88.

22. Oktober 1983: Begräbnis des langjährigen Feuerwehrkameraden und Reservisten Friedrich Schaffrian Senior Jahrgang 1912. 29 Kameraden nahmen bei seiner Beisetzung teil. Nach den Begräbnisfeierlichkeiten wurden die Feuerwehrmänner von der Gattin des Verstorbenen zu einem Essen in das Gasthaus Schaffrian eingeladen.

1984

25. August 1984: 105 Jahr Feier der Freiwilligen Feuerwehr Frauenkirchen mit Fahnenweihe und Partnerschaftsbesiegelung mit der Feuerwehr Murau. 27 Feuerwehrkameraden und 12 Frauen aus Murau konnte die Freiwillige Feuerwehr anlässlich der 105 Jahr Feier begrüßen. Nach der Hl. Messe, Aufstellen der Wehren vor der Kirche. Alle Fahnen der 14 Frauenkirchner Vereine und die der auswärtigen Wehren wurden zur Fahnenbegrüßung und Entgegennahmen der Fahnenschleifen aufgerufen. Unsere neu restaurierte Feuerwehrfahne wurde von Quardian Pater Martin Lass feierlich eingeweiht. Die Fahnenjungfern waren: Promintzer Maria, Briegl Susi in Vertretung für Elisabeth Briegl. Durch den OBR Bezirksfeuerwehrkommandanten Viktor Horvath aus Neusiedl wurden Ehrungen vorgenommen.

20 Jahre Verdienste um die Feuerwehr: Kommandant – Stellvertreter Herbert Gisch
35 Jahre Verdienste um die Feuerwehr: BM Jakob Zehentner
30 Jahre Verdienste um die Feuerwehr: OBM Paul Groß
20 Jahre Verdienste um die Feuerwehr: LM Kettner Franz und OLM Tragner Stefan
15 Jahre Verdienste um die Feuerwehr: LM Gottfried Stefan, LM Johann Rommer, OLM Paul Holzhammer und HFM Martin Riedlberger

Beförderungen: Johann Rommer zum OLM; Paul Holzhammer zum HLM, Umathum Walter zum OLM, Helmuth Horvath zum LM, Josef Harrach zum LM und Johann Pinetz zum HFM.

Anschließend Partnerschaftsbesiegelung der Stadtfeuerwehr Murau und der Freiwilligen Feuerwehr der Stadtgemeinde Frauenkirchen durch Urkundenaustausch der Feuerwehrkommandanten Herrn Oberbrandrat Bezirkskommandanten Josef Wilpinger aus Murau und Oberbrandinspektor Johann Briegl. Abschließend sprachen Herr Bürgermeister Jakob Paar und Bezirkskommandant Oberbrandrat Viktor Horvath im Bezug auf die Ehrungen, Auszeichnungen und zur Partnerschaft zwischen den beiden Wehren ihre Glückwünsche und Dankesworte aus. Nach den Festlichkeiten am späten Nachmittag Verabschiedung der Murauer Gäste mit „Probesirenengeheul“.

1985

Am 18. März 1985 wurde um die Anschaffung einer Bergeschere und ein Stromaggregat bei der Stadtgemeinde angesucht.

Am 15. Juni 1985 wurde die Freiwillige Feuerwehr zur 100 Jahr Feier nach „Nofels“ eingeladen. 12 Feuerwehrkameraden nahmen nach einer zehnstündigen Busfahrt nach Vorarlberg an den Festlichkeiten teil.

18. Dezember 1985: Vor dem Feuerwehrgerätehaus wurde die Bergeschere und Stromaggregat durch den Landesfeuerwehrkommandanten Burgenland an den Feuerwehrkommandante Johann Briegl, Kommandant – Stellvertreter Herbert Gisch und Friedrich Schaffrian jun. übergeben. Die Geräte wurden in das KLF (Ford Transit) der Feuerwehr deponiert. Wert der Geräte Schilling: 195.000,-. Der „Bergerettungssatz“ wurde von der Stadtgemeinde Frauenkirchen angekauft!

Die Feuerwehr Frauenkirchen war bei einem Großbrand einer Disco in Podersdorf „Martinskeller“ mit eingesetzt. Nach Erzählungen der Kameraden war dieser Einsatz besonders schwierig, da so tiefe Temperaturen herrschten das das Wasser in den Schläuchen teilweise gefror.

1986

Im Jahre 1986 besuchten 13 Feuerwehrmänner die Lehrgänge in der Landesfeuerwehrschule in Eisenstadt. Von den Spenden der Frauenkirchner Bevölkerung wurden im Jahre 1986 folgende Ausrüstungsgegenstände angekauft: 1. Stk. Atemschutzgerät samt Reserveflasche Schilling: 16.900,-. 5 Stk. Saugschläuche Schilling: 8.500,-. 3 Stk. Visierhelme u. 3 Paar Spezialhandschuhe Schilling: 4.700,- und eine tragbare Flutlichtanlage zum Ausleuchten von Unfallstellen Schilling: 11.700,-.
Weiters wurde zu einem Großbrand im Feriendorf Panonia ausgerückt.

1987

12. Jänner 1987: Schneeschaufeln im Ortsgebiet. Wegen übermäßigen Schneefall und Verwehungen im Ortsgebiet von Frauenkirchen rückten 21 Mann der Feuerwehr Frauenkirchen zum Schneeschaufeln aus.
15. Dezember 1987: Zur Besprechung der Planung eines Neubaus des Feuerwehrgerätehauses waren folgende Gemeindevertreter anwesend: Bürgermeister Hans Nießl, Vizebürgermeister Michael Horvath sowie die Stadträte: Franz Kern, Michael Wieger und Anton Zwinger.

Von der Feuerwehr waren anwesend: Feuerwehrkommandant Johann Briegl, Kommandant – Stellvertreter Herbert Gisch, Verwalter Ladislaus Hadarits, OLM Helmuth Horvath und Schriftführer Lepold Ehn. Besprochen wurde, dass der Platz für den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses in Naher Aussicht ist und wahrscheinlich dasselbe auf dem Areal neben dem Schüttkasten oder auf dem Areal neben der „Erdei Mühle“ gewählt wir. Die Finanzierung des Baus würde je zu einem Drittel zwischen der Stadtgemeinde Frauenkirchen, dem Bundesland Burgenland und der Feuerwehr Frauenkirchen aufgeteilt werden.

Im Dezember 1987 ist wieder ein Priester als Kurator der Freiwilligen Feuerwehr Frauenkirchen beigetreten, es ist dies Pater Michael Schlatzer, Klostervorsteher und Quardian der Frauenkirchner Pfarrgemeinde. Er wurde in den Reihen der Freiwilligen Feuerwehr herzlichst aufgenommen.

1988

Bei der Hauptdienstbesprechung im Jänner 1988 wurden neue Richtlinien beschlossen und von Feuerwehrkommandant Johann Briegl an die Mannschaft verlesen:
„Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr, die mehr als die Hälfte der Einberufungen zu den laufenden Dienstbesprechungen, Haussammlungen, Ausrückungen oder bei Einsätzen im Ernstfall unentschuldigt fernbleiben, müssen damit rechnen, aus der Mannschaftsliste der Feuerwehr ausgeschlossen und abgemeldet zu werden. Ausgenommen sind: Altgediente Feuerwehrmänner, die mehr als 20 Jahre Dienst aufweisen. Diese werden als Aktive oder Reservisten in der Stammliste geführt und werden zu allen Festlichkeiten oder Aurückungen eingeladen, können bei allen Dienstbesprechungen freiwillig teilnehmen, brauchen jedoch keiner Einberufung Folge leisten. Der Reservist ist ein Ehrenfeuerwehrmann und kann die Feuerwehruniform solange es ihm beliebt, tragen!“

Als Mannschaftssprecher wurden Helmuth Horvath und Josef Harrach gewählt.

Am 10. Februar findet die traditionelle Jahreshauptdienstbesprechung im Gasthaus Kobor-Lass statt. OBI Johann Briegl begrüßt alle Ehrengäste und Feuerwehrmänner. Danach folgen scharfe Worte an die Mannschaft und er kritisiert das immer wider die selben Gruppen zu Sammlungen oder für den Ballkartenvorverkauf für diese Aufgabe bereit sind und ob sich nicht einmal andere Gruppen dazu melden. Jeder Jungfeuerwehrmann darf nicht nur die Paradeuniform tragen und glauben, der ist einem „Feier Verein“ beigetreten. Er muss sich auch mindestens einmal im Jahr zu solcher Tätigkeit einteilen lassen.

32 Mann wurden mit neuen Branddienstuniformen ausgestattet. Da die Technischen Einsätze sprunghaft ansteigen und die Feuerwehr der Stadtgemeinde Frauenkirchen, Stützpunktfeuerwehr des Abschnittes II, mit den Feuerwehren Gols, Mönchhof, Halbturn, St. Andrä und Podersdorf ist, wurde unserer Feuerwehr vom Landesfeuerwehrkommando Eisenstadt der Ankauf eines Rüstlöschfahrzeuges empfohlen. In Absprache mit der Stadtgemeinde hat die Feuerwehr Frauenkirchen beschlossen – da die Landesregierung eine 50 prozentige Subventionierung gewährt – ein RLF 2000 A von der Firma Lohr anzukaufen, Wert Schilling: 2.700.000,-.